What If There Were No Centre of Gravity? – Reflections on Decentralisation and Nonconformism –

Dr. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung

 

Mittwoch, 22.04.2015, 19:00 Uhr, Kesselhaus

Vortrag auf englisch / Talk in english

Kunst- und Designkurs. Studierende aller Klassen sind herzlich willkommen.

Auf Einladung von Prof. Antje Majewski

Of course I can’t write about flowers and beads and birds and trees. And lovers in the park and all of that stuff n dem. But what the use to write about them something dem, when you sit late in the park at night and a man comes and shoots you and take your woman and rape her. What the use to write about flowers, when the pollution will wither it up! You have to write about the reality or the different. You have to write about South Africa and the youths in the ghetto. You have to write about the England. You have to write about all these things.

Mutabaruka, Intro to Check It!

Mutabaruka’s statement could stand as an epitome of the work we do at SAVVY Contemporary and my curatorial practice in general.

SAVVY Contemporary was conceived at a time in Berlin, when the 20th anniversary of the fall of the Berlin wall and the 125th ‚anniversary‘ of the Berlin-Congo conference of 1884 were being commemorated. In the midst of the ‚celebrations‘ of these historic events that shaped the destiny of millions of people in the world and left a standing political impact world wide, in the middle of political and social discussions on the influences of the Iron Curtain, the after-effects of the fall of the wall on citizens both in the former East and West blocks, in the middle of reflections on the consequences of colonialism, the status of the post-colony and the rise of neo-colonialism, I had the impression that all the art scene, especially in Berlin, was interested in was talking about flowers and beads, birds and trees. But how can we only talk about the beauty of trees and birds when 700 people die in the Mediterranean sea in one day, and 1000 in one week?

This lecture will look at artistic and curatorial practice in times of precarity and other crisis. As James Baldwin once wrote in a letter to Angela Davis in prison, “silence is not an option”. Not even for art is silence an option.

BIO

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, PhD (born in 1977 in Yaoundé, Cameroon) is an independent art curator and biotechnologist. He is the founder and artistic director of the art space SAVVY Contemporary Berlin and editor-in-chief of the journal SAVVY Journal for critical texts on contemporary African art.

His recent curatorial projects include If You Are So Smart, Why Ain’t You Rich? On the Economy of Knowledge, Marrakech Biennial Satellite, 2014; Giving Contours to Shadows, n.b.k., Gorki Theater, Gemäldegalerie, SAVVY Contemporary as well as satellites in Dakar, Johannesburg, Nairobi, Marrakesh, 2014; The Ultimate Capital is the Sun, nGbK, 2014; but the sea kept turning blank pages looking for history – on the state of refugeeness, SAVVY Contemporary, 2014; Discursive programm – Wir Sind Alle Berliner: 1884-2014, Institute for Cutural Inquiry Berlin, 2015; Satch Hoyt: Riding Celestial Vessels, Galerie Wedding, 2015; Ilja Karilampi: Hauptstadtrevier, Galerie Wedding, 2015. He is curator of the year long art project An Age of our Own Making for Images 2016 in Holbæk, Roskilde and Copenhagen.

Ndikung has lectured amongst others at Les Laboratoires d’Aubervilliers, 2013; IKT Lab#3, Fondation Gulbenkian Paris, 2013; Critical Dialogues, Tyler School of Art Philadelphia, 2014; Haverford College, 2014; Deutsche Bank Kunsthalle, 2014; CuMMA Discourse Series, Aalto University Helsinki, 2015. He is currently a visiting lecturer on Postcolonial Theory and Art at the Muthesius Kunsthochschule Kiel.

 


Ort: Kesselhaus; Legienstraße 35, 24103 Kiel
Datum: Mittwoch, 22.04.2015
Zeit: 19:00 – 20:30
22.04.2015

Malerei

Im Studium der Malerei an der Muthesius-Kunsthochschule werden die Studierenden durch Gespräche, Seminare und praktische Anleitung mit verschiedenen Methoden der Bilderzeugung vertraut gemacht.
Bilder können die Welt darstellen oder abbilden; sie können sich auf andere Bilder beziehen; sie können politisch sein; sie können eine surreale oder metaphysische Welt aufrufen. Bilder können letzte Wahrheiten verkünden oder sich gegen jede behauptete Wahrheit auflehnen. Sie können uns etwas über unsere eigene Wahrnehmung erzählen, über die Gesellschaft, in der wir leben, oder über den Kosmos.
Dabei spielt auch ihre Materialität eine große Rolle – in der Frage nach Möglichkeiten und Grenzen des Bildes, und in der Praxis des Bildermachens. Malerei kann mit den ältesten Materialien umgehen, mit denen Menschen symbolisch kommuniziert haben – oder auch mit den allerneusten. Bilder können durch einen Pinsel und Farbe auf Leinwand, Papier oder anderen Bildträgern entstehen, durch Druckverfahren, oder auch auf dem Computer. Bilder können auch Fotografien oder bewegte Bilder sein; und sie können sich sogar nur im Kopf aufhalten.

Im Studium werden die eigenen künstlerischen Möglichkeiten erprobt und entfaltet. Der Austausch mit den Lehrenden und den anderen Studierenden macht deutlich, dass Malerei im Gespräch der vergangenen wie der gegenwärtigen Bilder miteinander und mit der Welt entsteht.
In Gruppengesprächen lernen die Studierenden, ihre eigene Arbeit zu präsentieren und zu formulieren. Das Gespräch mit den anderen ermöglicht eine konstruktive Kritik und einen neuen Blick auf das Erarbeitete. Einzelgespräche mit der Professorin sollen den Studierenden helfen, ihre eigenen Fragen klarer zu sehen, und ihnen weiterführende Hinweise geben.
Praktische Kurse führen an Grundlagen der Maltechnik, Fotografie, Fotocollage, Performance u.a. heran. In unserem Werkraum für Malerei werden traditionelle Techniken der Ölmalerei, Tempera u.a. auf verschiedenen Bildträgern durch einen Lehrbeauftragten vermittelt. Die Studierenden der Malerei können außerdem in allen anderen Werkstätten der Hochschule praktisches Wissen sammeln, so z.B. in der Werkstatt für künstlerische Drucktechniken, der Medienwerkstatt und der Werkstatt für Fotografie.
In begleitenden Seminaren beschäftigen wir uns in jedem Semester mit einem Themenschwerpunkt, zu dem wir Vortragende und Lehrende einladen, Reisen unternehmen, Workshops machen, Ausstellungen erarbeiten und in Zusammenarbeit mit dem Raum für Publikation Veröffentlichungen vorbereiten. Die Muthesius Kunsthochschule bietet viele Möglichkeiten für das Zusammenarbeiten mit den anderen Fachgebieten oder Kooperationen mit anderen Hochschulen.

Beispiele für solche Themenschwerpunkte / Projekte:

Thema Farbe: „Vorschläge für eine bunte Stadt“, in Zusammenarbeit mit einem Programm für die Soziale Stadt in Neumünster. Die Studierenden gestalteten farbige Häuserfassaden, und in einem Fotografie-Workshop entstanden Porträts des Vicelin-Viertels und seiner Bewohner. Beides wird in einer Publikation in Zusammenarbeit mit dem Raum für Publikation und einer Ausstellung in Neumünster präsentiert (2013-14).
Thema Kunst und Umwelt: Erarbeitung chinesischer, taoistischer Ästhetik und Umweltethik in Zusammenarbeit mit dem China-Zentrum der CAU Kiel, gefolgt von einem Workshop in Kooperation mit der South China Normal University (Guangzhou) zum Thema „Art, Nature and Ethics“. Reise nach China im März 2014, eine Publikation und Ausstellung werden im Herbst folgen.
 

Die Klasse für Malerei bildet Künstlerinnen und Künstler sowie Kunstlehrerinnen und –Lehrer aus. Kunst ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft und ihrer Kultur, an der sie mit ihrer Kunst und Kunstvermittlung teilhaben werden. Deshalb soll der Blick auf vielfältige Formen von Kultur geöffnet werden. Wir wollen Möglichkeiten erproben, die Studierenden in ihrer jeweiligen Eigenheit stärken und ihnen auf ihrem Weg in die Kunst helfen.

Fragen?

Prof.in Antje Majewski
0431 – 5198-400, majewski@muthesius.de